Asklepio

Asklepio (Ligourio)

Der Bezirk Asklepio (Ligourio) ist einer der wichtigen Verkehrsknotenpunkte der Ostargolis. Von Nafplion in etwa 20 Minuten zu erreichen, ist der Bezirk sowohl mit dem Argolischen als auch mit dem Saronischen Golf über wenige Autokilometer verbunden und schließt heute die Gemeinden Agio Dimitrio, Adami und Arkadiko ein.

Asklepio, berühmt durch seine Marmorbrüche, ist außerdem Zentrum für Holzverarbeitung und Keramik; Getreide, Tabak und Oliven sind die wichtigsten Produkte aus der Landwirtschaft, und Hotels, Restaurants und Cafes tragen zur blühenden Infrastruktur bei. Besonders erwähnenswert ist ein naturgeschichtliches Museum mit seltenen Ausstellungsstücken. In der Umgebung des Bezirks Asklepio gibt es ca. dreihundert Kirchen! Zu den wichtigsten zählen die frühchristliche Basilika des Ag. Ioannis aus dem 6. Jh. und der Ag. Anna aus dem 7. Jh., die byzantinischen Kirchen Ag.Taxiarchon, Ag. Athanasios, Panagia sto Koroni, Ag. Ioannis Theologos, die ungewöhnliche Kirche Maria Himmelfahrt, Ag. Ioannis Eleimon aus dem 11. Jh. und Agia Marina. Vermutlich handelt es sich bei Ligourio um das Lissa der klassischen Antike. Schon bei Pausanias wird ein Lissa, wo es auch ein Heiligtum der Athene sowie eine in Holz gehauene Statue dieser Göttin gebe, erwähnt.

Am Abhang des Arachneon findet man Kultstätten des Zeus und der Hera, wo in uralten Zeiten Opferhandlungen durchgeführt wurden, um Regen zu erbitten. Am Fuße dieses Berges ist ebenfalls das Fundament eines rechteckigen Gebäudes aus dem 4.Jh. v.Chr. vorhanden, welches dem einer Pyramide ähnelt.

Kurz vor der Ortschaft Arkadiko steht an der Landstraße, die heute direkt daran vorbeiführt, über ein kleines Bachbett gebaut, eine Brücke aus mykenischer Zeit. Auch die Ruinen einer Burganlage aus jener Epoche, Kasarma, sind dort zu finden.
Überall trifft man auf Mauerreste antiker Bauten, künstlich angelegte Terassen sowie Grabstätten, welche die fortgesetzte Besiedlung dieser Region dokumentieren. An Hand von Muscheln und Versteinerungen ist hier die Existenz eines Meeres in grauer Vorzeit zu vermuten.
Ruinen von Gebäuden und Befestigungen lassen auf ein Ligourio des Mittelalters schließen, ein sogenanntes Paleo Ligourio (Paligourio), und während der Herrschaft der Franken, Venezianer und Türken wird der Ort unter anderem in offiziellen Schriftstücken sowie Eintragungen in Grundbüchern erwähnt.

Während des Aufstandes gegen die Türken entsendet Ligourio Kämpfer, außerdem Kriegsmaterial in Fülle.
1954 lebt ein alter Brauch wieder auf. Jeden Sommer werden im antiken Theater des Asklepion, unweit von Ligourio, die großen Dramen der Antike aufgeführt. Das heute weltweit bekannte Festival von Epidauros hatte von Anfang an Begeisterung, Unterstützung und Mitarbeit der Ligourier.