Orakel von Delphi

Orakelstätte Delphi

Das Orakel von Delphi war die bekannteste Weissagung in des antiken Griechenlands. Die Kultstätte, in dem die Weissagungen stattfanden, war dem Gott Appollon geweiht und wurde schon in den Schriften von Homer erwähnt. Sie lag am Hang des Berges Parnass bei der Stadt Delphi.
Aufgrund von Funden wird angenommen, dass der Kult, der Apollon galt, auf das 8.Jahrhundert v.Chr. zurückzuführen ist. Bis ins Jahr 391 n. Chr. bestand das Orakel von Delphi, dann ließ der christliche Kaiser Theodosius I. alle Orakelstätten aufheben.

Orakel in DelphiDas Orakel von Delphi ist zurückzuführen auf die Erdmutter Gaia, daher wurden die Weissagungen im Tempel des Appollon auch von einer Priesterin, der Pythia, gesprochen. Diese saß auf einem Dreifuß über einer Erdspalte aus der Dämpfe aufstiegen, die die Pythia in eine Art Trance versetzten. Dann sprach die Pythia das Orakel, welches von Priestern für den Ratsuchenden formuliert wurde.
Anfangs sprach das Orakel von Delphi nur einmal im Jahr, zum Geburtstag des Gottes Apollon, später konnte das Orakel im Sommer an jedem siebenten Tag im Monat befragt werden. Im Winter war für drei Monate keine Befragung möglich.

Bevor die Priesterin ihre Weissagung machte, wurde eine Ziege mit kaltem Wasser besprengt. Blieb die Ziege ruhig, wurde keine Weissagung gemacht und die Ratsuchenden mußten bis zum nächsten Monat warten.
Zuckte die Ziege aber zusammen, wurde sie geschlachtet und auf dem Altar als Opfer verbrannt. Anschließend mußte die Pythia sich in einer heiligen Qelle baden, um für den Kult rein zu sein.

Schon bei dem Orakel von Delphi war alles eine Frage des Geldes. Reichen Ratsuchenden wurden die Fragen ausführlich beantwortet. Für Ärmere Bürger wurde das Orakel nur in einer „Ja-Nein“ Version gesprochen. Dabei durften dann natürlich auch nur Fragen gestellt werden, die sich mit Ja oder Nein beantworten ließen.
Die Priesterin griff dafür in einen Topf mit schwarzen und weißen Bohnen, weiß bedeutete ein Ja, eine schwarze Bohne war hingegen ein Nein.
Ob die Priesterin selbst mit den Ratsuchenden gesprochen hat, oder die Fragen und Antworten nur durch die anwesenden Priester mitgeteilt wurden, ist bis heute nicht geklärt.

Die bekannteste Weissagung des Orakels war, dass Ödipus seinen Vater töten und seine Mutter heiraten würde. Genauso traf es aber ein und als Ödipus erkannte, dass seine Ehefrau seine Mutter war, blendete er sich selbst, seine Frau, bzw. Mutter, erhängte sich.

Meteora Klöster

Meteora Klöster in Thessalien

Die zum Weltkulturerbe der Unesco gehörenden Meteora Klöster liegen auf hohen, bizarr anmutenden Felsen im Osten des Pindos Gebirges in der griechischen Region Thessalien. Und so leitet sich der Name der Klöster auch unmittelbar von ihrer Lage „in der Höhe“ ab, die auf Griechisch mit dem Wort „meteorizo“ umschrieben wird. An besonders nebligen Tagen, wenn die Felsen im Dunst verschwinden, scheinen die Klöster förmlich in der Luft zu schweben.
Die Meteora Klöster bestanden ursprünglich aus insgesamt 24 einzelnen Eremitagen und Klosteranlagen. Heute sind allerdings nur noch sechs der Klöster zugänglich. Vier von ihnen, die Klöster Megálo Metéoro, Agios Nikólaos Anapavsás, Agía Triáda und Varlaám, sind von griechisch-orthodoxen Mönchen bewohnt. Die beiden anderen Klöster, Agios Stéphanos und Rousánou, sind von Nonnen bewohnt. Alle anderen Anlagen sind nicht mehr existent oder vom Verfall bedroht und, wenn überhaupt, nur unter Lebensgefahr zu erreichen.

Meteora Klöster in GriechenlandDas früheste historische Zeugnis der Existenz einer Einsiedelei in dieser Region reicht zurück bis in das 11. Jahrhundert. Nach und nach ließen sich immer mehr Mönche hier nieder, die dem unruhigen weltlichen Leben entfliehen wollten und sich ganz bewusst für die Abgeschiedenheit der unzugänglichen Höhenlage entschieden. Hier oben auf den Felsen fühlten sie sich dem Himmel näher, und die Schönheit der Natur sowie der weite bis zum Olymp reichende Ausblick wurden untrennbarer Teil ihres religiösen Lebens. Nicht wenige Klöster und Eremitagen waren daher ganz bewusst nur über Strickleitern, mit Hilfe von Seilwinden oder über gefährliche Klettersteige erreichbar.

Das erste in Metéora errichtete Kloster war das Kloster Doúpiani, an dessen ursprünglichem Ort sich heute eine aus dem 13. Jahrhundert stammende und noch immer genutzte Kapelle befindet.

Bis in das 16. Jahrhundert hinein schufen die Mönche von Meteora zahlreiche Einsiedeleien und etliche Klosteranlagen. Einer der wichtigsten unter ihnen war der Mönch Athanasios, der sich hier von Athos kommend im Jahr 1334 niederließ. Seine Ankunft beeinflusste das klösterliche Leben so entscheidend, dass er nur 10 Jahre später gemeinsam mit 14 weiteren Mönchen das Kloster Metamorphosis, auch bekannt als Kloster Megálo Metéoro, gründen konnte. Dieses Kloster ist bis heute bewohnt und ist mit einer Fläche von 60000 m², seinem Garten und den zahlreichen Gebäuden die größte Klosteranlage von Meteora. Besonders sehenswert ist die noch heute erhaltene Einsiedlerhöhle des Mönches Athanasios aus dem 14. Jahrhundert.

Als den Klöstern von Meteora am nächsten gelegene größere Stadt ist Kalambaka zu nennen. Wer von hieraus zu einem Besuch starten möchte, der sollte die wechselnden Ruhetage der Meteora Klöster berücksichtigen. Darüber hinaus gilt eine strikte Kleiderordnung für Besucher.

Osmanisch-Venezianische Besetzung

Osmanisch-Venezianische Besetzung

Die byzantinische Vorherrschaft auf dem Peloponnes, die so viel zur italienischen Renaissance beitrug (Gemistos Plethon, Bessarion), war nur eine strahlende Unterbrechung der vielen Jahrhunderte der Versklavung, sie dauerte 30 angstvolle Jahre, d.h. von 1430 bis 1460. In dem Jahr besetzten die Osmanen unter der Führung von Mohammed II. dem Eroberer Achaia. Die Osmanen beherrschten Achaia 1460 durch die Besetzung von Kalavrita und allen anderen Burgen, außer der von Salmeniko (in der heutigen Stadtgemeinde Erineou), welche den Eindringlingen ein ganzes Jahr lang Widerstand leistete.

Während des gesamten Zeitraums der Besetzung gab es viele aufständische Bewegungen, die bekannteste ist die Schlacht von Nafpaktos 1595. 277 Jahre lang blieben die Osmanen Herrscher der Gegend, ohne dass sie sich um die Errichtung eines wichtigen Gebäudes oder irgendeines anderen Werkes bemühten. Ihr einziges Werk war die kleine Burg von Moreas. d.h. die Burg von Rio, die 1499 auf Befehl des Sultans Vagiazit II. gleichzeitig mit der gegenüber liegenden Burg von Antirrio gebaut wurde.

1687 waren die Osmanen gezwungen ihren Platz für die Venezianer zu räumen, die unter Francesco Morosini den gesamten Peloponnes besetzten und bis 1715 blieben. In den 28 Jahren der venezianischen Herrschaft versuchten die neuen Herren die Wirtschaft des Landes wieder zu beleben, indem sie den Handel förderten und das Gebiet in neue Verwaltungseinheiten, die „Provincie“ aufteilten.

So trug Achaia mit der Hauptstadt „Patrasso“ den Namen „Provincie di Achaia“, welche die folgenden „Territori“ umfasste: 1. Callavrita. 2. Gastugni, 3. Patrasso und 4. Vostizza. Die Osmanen kehrten 1715 in die Gegend zurück und blieben 113 Jahre, also bis 1828. Das bedeutendeste Ereignis dieser Zeit war, abgesehen von dem Freiheitskampf von 1821, war das Interesse des Russischen Reichs für Griechenland, das sich durch den Ausbruch der „Orlofika“ manifestierte, d.h. der griechischen Revolution von 1770.

Und zwar versammelte der Metropolit von Patras Parthenios am 29. März 1770, wie schon die Griechen der Antike, die Honoratioren in Egion und rief den Freiheitskampf aus, indem er gegen die osmanischen Wache in Kalavrita ins Feld zog. Unterdessen hatten die Einwohner von Patras unter Mithilfe der Bewohner von Kefallonia und Zakynthos begonnen, die Burg in Patras zu belagern. Doch leider nahm der Aufstand ein unrühmliches Ende und hatte tragische Folgen für die griechische Bevölkerung und insbesondere für die Klephten (Freischärler) in den nicht unterworfenen Bergen.

Mehr Informationen zur Türkei erhalten Sie auf  tuerkei-urlaubsinfo.com

Die Frankenherrschaft

Die Frankenherrschaft

Dasselbe Schicksal wie Konstantinopel 1204 erlitt auch Achaia – wie übrigens ganz Griechenland -, welches im Namen des Herrschers Thessalonikis Bonifazius von Montferrat von Guillaume Champlitte erobert wurde. Die erste Stadt, die sie aus Korinth kommend über den Land- und Seeweg eroberten, war Egio, danach Patras und dann Kato Achaia. Damals wurde Achaia in 48 Lehen aufgeteilt, von denen das Fürstentum Patras, 12 das Fürstentum Kalavrita und die übrigen 8 das Fürstentum Vostitsa (Egio) bildeten. 1275 wurde ein Teil des Fürstentums Patras abgeteilt und es entstand das Fürstentum Chalandritsa, mit dem Fürsten Guy de la Tremoille bzw. Tremouille, dessen Burg,“Tremoulas“ ernannt wurde. Später nach dem Tod des Landesbischofs von Kalavrita Otto de Tournié, beanspruchte die Familie Tremoille aus Chalandritsa auch das Fürstentum Kalavrita. Das Gebiet und die Städte rund um den Ladonas Fluss gehörten zum Fürstentum Akova mit den Lehnen Kerpini (Arkadien) und Strezova (Dafni), über welche Margarita von Passawa herrschte und deren Steuern einnahm. Damals wurde über den Ladonas die „Brücke der Dame“ gebaut, um die beiden Lehen zu verbinden.

Gegen 1276 verkaufte der Herrscher des Fürstentums Patras Guillaume Alamanos seine Besitzungen an den Papst von Rom und so ging die Gegend in die Gerichtsbarkeit der Römischen Kirche über. Bis es 1408 vom Papst der Adelsrepublik Venedig überlassen wurde. Mit der Hauptstadt Glaretza (das antike Kyllini) der Präfektur Ilias schaffte es das Fürstentum Achaia bzw. Moreos innerhalb eines kurzen Zeitraums seine Wirtschaft wiederaufzubauen und eine vorläufige Einigkeit zwischen Besetzern und Besetzten hervorzurufen. In diese Richtung engagierte sich auch der Fürst von Achaia Gottfried Villehardouin, der sogar vor einem Bruch mit der mächtigen Katholischen Kirche nicht zurückschreckte, deren intoleranter Geist das harmonische Nebeneinander der Einheimischen und der Fremden behinderte.

Besonderen Eifer zeigten die Eroberer bezüglich der Errichtung neuer und der Instandsetzung alter Burgen und Türme, die ihnen die Kontrolle der Gegend ermöglichten. Damals wurde die Burg von Patras ausgebaut, die als erster Justinian auf den Grundmauern der antiken Akropolis gebaut hatte. Sie errichteten auch eine einfache Mauer in Kato Achaia in der heutigen Stadtgemeinde Dimi, die Burg von Kalavrita und die Türme in Chalandritsa. Saravali, Kastritsi u.a. Sie setzten die Burgen von Santameri, Kamenitsa und Lyssaria Instand. sowie die Türme in Drepano und Psathopirgos.

Das Reich der Franken auf dem Peloponnes wurde jedoch 1259 nach der Schlacht bei Pelagonia (Makedonien) gestürzt, wo Guillaume II. Villehardouin geschlagen und von Michael VIII. Palaiologos gefangen genommen wurde. Letzterer verlangte und erhielt für dessen Freilassung die Burgen von Monemvasia. Mani und Mystra. So wurde das griechisch-byzantinische Despotat von Mystra gegründet, welches die Kämpfe gegen die Frankenherrschaft befehligte, die 1430 siegreich beendet wurden. Gesamt Achaia wurde im Frühjahr 1430 von den Franken befreit, als der spätere Kaiser von Byzanz Konstantin XI. Palaiologos die Burg von Patras besetzte.

Die byzantinische Epoche

Die byzantinische Epoche

In der frühen byzantinischen Epoche wurde der Aufschwung Achaias durch den Einfall der Goten 395 n.Chr., die religiösen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Nationalisten und das große Erdbeben 551 n.Chr., welches weite Gebiete des Kaiserreiches erschütterte, unterbrochen.

Ungefähr gegen Ende des 6. Jh. n.Chr. begann die wirtschaftliche Erholung Achaias mittels der Seidenproduktion, die sich auch in anderen Gegenden des Byzantinischen Reiches ausbreitete. Doch in Achaia und auf dem Peloponnes allgemein wurde sie in großem Maßstab betrieben, was auch dessen Umbenennung in Moreas bzw. Morias bezeugt.

Moreas nach den Tausenden Maulbeerbäumen (Mouria, die für die Aufzucht der Seidenraupen angepflanzt wurden. Die Entwicklung der Seidenproduktion wurde jedoch durch die schrecklichen Unruhen unterbrochen, die von den Slawen ausgelöst wurden. Sie nutzten die Dezimierung der inländischen Bevölkerung durch die tödliche Seuche von 746 oder 747 n.Chr. aus, besetzten die ausgestorbenen Siedlungen, und als sie aus diesen 783 n.Chr. vertrieben wurden, erhoben sie sich. Doch es dauerte nicht lange und 805 n.Chr. wurde eine erneute Invasion der Slawen und der Sarazenen verzeichnet, die aber schließlich abgewehrt wurde und die Eindringlinge zwang, sich in einige Bergregionen von Achaia zurückzuziehen.

Dabei handelte es sich um die Gegend Nezera bzw. Nezerochoria (Kalanistra. Kalanos, Platanos, Kompigadi. Lakkomata. Chrissopigi u.a.) in der Stadtgemeinde Farres. Der Name Nezera rührt von dem Namen des Stammes der Ezeriten her, welcher in der Gegend lebte. Die neuen Siedler assimilierten sich nach ihrer Christianisierung vollständig in Achaia. Trotz der Unruhen ging die Seidenproduktion weiter und machte Patras zu einem wichtigen Gewerbe- und Handelszentrum der Seide. Bekannt waren die Werkstätten der Edelfrau Danielida in dem Patrasser Stadtviertel Viatero, die unter ihren Tausenden Sklaven sie auch Weber hatte, die sogenannten Vlattaden. deren Produkte im gesamten Kaiserreich berühmt waren.

Die Macht Danielidas war so groß. dass der neue Kaiser die Edelfrau aus Patras 868 n.Chr., als Belohnung für ihre Dienste bei seiner Thronbesteigung. zur Königsmutter erhob. Die Achaias und des Peloponnes Entwicklung im Allgemeinen im 9., 10. und 11. Jahrhundert hatte natürlich auch negative Folgen, da der Wohlstand der Gegend verschiedenste Eindringlinge anzog, wie z.B. die Sarazenen, die Bulgaren, die Normannen und die Veneter.

Das Ende der hellenistischen Zeit

Das Ende der hellenistischen Zeit – Die römische Herrschaft

Durch die Vorherrschaft des Reformers Kleomenes in Sparta wurde der alte Hass der Dorier aus Lakedaimonia gegen die Achäer wiederbelebt, welcher aufgrund der sensationellen Ausbreitung des 2. Achaischen Bundes noch zunahm. Folge dieses Anschwellen der Feindschaft war die Ermunterung durch die Aitoler, welche nur darauf warteten gegen die Achäer zu agieren.

So kam es zu dem ersten Bruch mit dem Aitolischen Bund (240 – 229 v.Chr.), dem der bekannte Kleomenische Krieg (229 – 222 v.Chr.) folgte und dann der sogenannte „Krieg der Bundesgenossen“ (220 – 217 v.Chr.) Diese Kriege erschöpften die kämpfenden Kräfte in einer Zeit, in der die römische Macht sich als immer bedrohlicher für die Unabhängigkeit der griechischen Städte zeigte. Obwohl der Achaische Bund kurzfristig den Höhepunkt der Macht erreichte, waren es die Römer, die ab ungefähr 191 v.Chr. die Entwicklungen in den griechischen Städten bestimmten.

Und zwar mit dem zentralen Ziel der Minderung des Einflusses der Achäer und deren Bestellung zu Handlangern der römischen Außenpolitik. Und zwar ging die Provokation durch die Römer bis zu dem Punkt, dass sie die Verkleinerung des Achaischen Bundes und seine Beschränkung auf die geographischen Grenzen Achaias forderten, während sie gleichzeitig aus ihrem unermesslichen Reichtum schöpfend namhaften Achäern, z.B. Kallikratis aus Leondio, ihre Gesinnung abkauften.

Denn entgültigen Schlag erhielt der Achaische Bund 147 v.Chr. von den Römern durch die Zerschlagung seiner Streitkräfte durch die römischen Legionen in der Schlacht von Skarpheia in Lokrida. Im folgenden Jahr wurde ganz Griechenland unter die Gerichtsbarkeit des römischen Generals Makedoniens gestellt und in Achaia umbenannt, denn laut Pausanias „… unterwarfen die Römer die Griechen mittels der Achäer, die damals die Führer Griechenlands waren…“ Trotz der Härte, die der Eroberer Leukios Mommios durch die Zerstörung von Korinth, das Niederreißen der Stadtmauern usw., aber auch später noch durch die Zerstörung von Dyme (115 v.Chr.), welches sich erhoben hatte, gegenüber den Unterlegenen zeigte, hatten die achaischen Städte und besonders Patras Vorteile durch die Römer.

48 v.Chr. gründete Julius Cäsar in Dyme eine römische Militärsiedlung für Veteranen. das sogenannte „Colonia Julia Augusta Dymaiorum“ und im Jahr 14 v.Chr. gründete der Kaiser Oktavian Augustus in Patras die Siedlung „Colonia Augusta Achaica Patrensis“, die er zu einer „freien Stadt“ erklärte, die eigene Verwaltungsorgane und Münzen haben durfte. Zusammen mit vielen anderen von den Römern ergriffenen Maßnahmen machten sie Patras zu einer blühenden Stadt. Eine ähnliche Entwicklung wie Patras, nur in kleinerem Maßstab erlebten Aigio, Dyme, Egira, Loussi, Keryneia u.a.. während Kleitor und Psophis weiterhin Münzen prägten und Kynaitha zum ersten Mal auch.

Achaiischer Bund

Achaiischer Bund

Eine Verschlimmerung des wirtschaftlichen Missstands brachten die katastrophalen Einfälle der Kelten, die jedoch auch die bereits verminderte militärische Macht der Makedonier erschöpften, was als erstes die Achäer und zwar die in Patras bemerkten. Als die keltischen Horden aus Belgien die makedonische Armee 281 v.Chr. besiegten, erhoben sich die Einwohner von Patras gegen die makedonischen Wachen.

Dann wurde auf Initiative von Dyme und mit der aktiven Teilnahme von Phares. Triteia bzw. Tritaia und Patras ein neues Bündnis der Achäer gegründet, der sogenannte „2. Achaiische Bund“. der in den späteren Entwicklungen eine Hauptrolle zu spielen sollte, da er alle griechischen Städte aufnahm und die Auffassung der freiwilligen Vereinigung Griechenlands unterstützte.

Nach vielen und langjährigen Bemühungen traten 43 Städte dem 2. Achaiischen Bund bei, er umschloss fast den gesamten Peloponnes, außer Sparta, das sich erst viel später anschloss. In dieser Zeit, der hellenistischen Epoche, wurden auch die Befestigungen vieler wichtiger Städte Achaias fertig gestellt.

Auch Patras folgte den Aufforderungen des Athener Generals Alkiviadis (419 v.Chr.) und errichtete lange Mauern, die vom Hafen bis zur Akropolis (dort wo heute die Burg steht) reichten, um die Stadt zu befestigen. Im Gegensatz dazu wurden die Verteidigungsanlagen von Aigio, Keryneias, Aigeira, Aiges, Dyme, Tritaia, Psophis. Kleitor und Paos entscheidend verbessert.

Die klassische Epoche

Die klassische Epoche

Mit dem Ende der Griechisch – Persischen Kriege (479 v.Chr.) begann die Bildung zweier politisch – militärischer Zentren in Griechenland: Die Athener Hegemonie und der Peloponnesische Bund.

Aus diesen Vereinigungstendenzen der Griechen einerseits und der Tendenz zur Teilung Griechenlands hielten die
Achäer sich wieder heraus, sie waren mit inneren Angelegenheiten beschäftigt, vor allem ihrer Wirtschaft.

Die Organisation der Wirtschaft Achaias war bereits seit Beginn der klassischen Epoche (479 – 323 v.Chr.) deutlich geworden, als die ersten silbernen Münzen in Umlauf kamen, die um 480 v.Chr. die Stadt Aiges prägte. Später prägten auch die Städte Pellene, Aigeira, Elike und Dyme Münzen und brachten sie in Umlauf, ebenso die damaligen Städte Arkadiens Kleitor und Psophis.

Zu Beginn des 4. Jh. v.Chr. wurden wieder von den Städten Dyme, Elike und Pellene Münzen geprägt. Der schnelle Aufstieg Achaias in dieser Zeit drückte sich in der Bildhauerkunst, der Architektur usw. aus. Er zeigte sich jedoch in der Folge auch in dem kleinmütigen Rückzug aus der Isolation und der Teilnahme an den griechischen Angelegenheiten. Damals erschienen die Achäer seit dem Trojanischen Krieg zum ersten Mal wieder auf der historischen Bühne, indem sie am Korinthischen Krieg (395 – 387 V.Chr.), danach an dem Krieg gegen Theben (371 – 362 v.Chr.) und dem sogenannten Heiligen Krieg (355 – 345 v.Chr.) teilnahmen. Letzterer bot den Makedoniern die gesuchte Möglichkeit, in griechische Angelegenheiten einzugreifen.

Nach der Schlacht von Chaironeia (338 v.Chr.), in der sich die Überlegenheit der Armee Philipps II. deutlich zeigte, verfielen alle griechischen Gemeinsamkeiten unter der Macht der makedonischen Waffen. Die makedonischen „Eroberer“ stellten daraufhin Wachen in den archaischen Städten auf, verbannten Bürger und änderten die demokratische Verfassung. n den gewaltsamen Streitereien der Makedonier nahmen auch die achaischen Städte Teil, die sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte spalteten und jede einzelne widersetzte sich den Interessen der anderen. Überdies löste sich der uralte „Bund der Achäer“ oder „1. Achaischer Staatenbund“, wie er meistens genannt wird, 303 v.Chr. auf.

Die Unruhen der Epoche ließen natürlich auch die Produktion nicht unberührt, deren Verfall sich sofort auf die Wirtschaft der achaischen Städte auswirkte. Beispielhaft für den herrschenden Zustand war die wirtschaftliche Desorganisation von Patras, dessen Einwohner in den umliegenden Siedlungen Volini, Argyra und Arva einen Ausweg aus dem Schatten der Armut suchten.

Die archaische Epoche

Die archaische Epoche

Während der archaischen Epoche (7. — 6. Jh. v.Chr.), so zeigen die Ausgrabungsfunde, scheint Patras verfallen zu sein, vielleicht weil es sich selbst in seinen Grenzen einschränkte, was seine Isolierung von den griechenlandweiten Ereignisse zur Folge hatte. Höhepunkt der Isolierung der Achäer war ihre Nichtteilnahme an den Griechisch -Persischen Kriegen ( 500 — 479 v. Chr.), welche von globaler Bedeutung waren. Trotzdem hatte diese Isolierung auch positive Folgen, die sich in der Architektur der Achäer zeigten, wie Ausgrabungsfunde bezeugen. Im Tempel der Artemis Aontias (der Winde) in Rakita wurden die Rohrhalme des Dachs durch Ziegel ersetzt und auf die hölzernen Pfeiler wurden dorische Kapitelle. ebenfalls aus Holz, gesetzt. Aus diesem Zeitraum stammt auch der Tempel in Nikoleika in der Gemeinde Diakopto. Tempel jüngeren Datums gibt es in Vassiliko in Kalentzi, in Greka in der Stadtgemeinde Simpolitia, in Loussi in der Stadtgemeinde Kalavrita und in Koumari in der Stadtgemeinde Egio. In Ano Sichena in Patras und in Akrata werden Tempel vermutet.

Im Gegensatz zu den achaischen Städten nahmen die Städte des damaligen Arkadien. d.h. Kynaitha (heute Kalavrita), Lousa (Loussi). Kleitor (Klitoria). Paos, Nonakris und Psophis (Tripotama), die heute zur Präfektur Achaia gehören, an allen Aktivitäten der übrigen Griechen teil. Während der archaischen Epoche waren Paos, Levkasio, Aroania und Kleitor unabhängige Städte, Kleitor war die größte von ihnen, sie gehörten geographisch zum arkadischen Azaniada. Die wichtigsten Städte in der Gegend waren Kleitor, Paos, Seires (Versitsi). Skotani (Kokkova) und Nasoi. Pausanias erwähnt auch die Dörfer Sykountes und Argeathai mit dem berühmten Wald Soron (in der Nähe von Dafni).

Die prähistorischen Jahre

Die prähistorischen Jahre

Von dem Reisenden und Schriftsteller der Antike Pausanias, der Achaia 174 n.Chr. besuchte, erfahren wir: „Das Land zwischen Ilia und Sikyonia entlang des Golfs, der sich nach Osten ausbreitet, wird zu unserer Zeit Achaia genannt, weil seine Einwohner die Achäer sind, doch in den früheren Zeiten hieß das Land Aigialos und diejenigen, die es bewohnten, Aigialier, nach Aigialeas dem damaligen König des heutigen Sikyonia“.
Als erste Siedler von Aigialos und des Nord-Peloponnes erscheinen ungefähr im 22. Jahrhundert v.Chr., also in der Bronzezeit, die Pelasger. Die pelasgischen Stämme kamen wahrscheinlich aus Kleinasien über Thrakien und Thessalien in diese Gegend und besiedelten sie. Die Sprache der Pelasger trug in hohem Maße zur Entstehung der griechischen Sprache bei.

Die sogenannten Prohellenen oder Frühhellenen (zwei unterschiedliche Auffassungen) unterjochten die einheimische Bevölkerung, bauten ihre Siedlungen um und errichteten gleichzeitig neue. Ihr Staatsgebiet nannten sie Aigialeia (Egialia) bzw. Aigialos, sich selbst aigialische Pelasger. Nach ungefähr sieben Jahrhunderten Herrschaft der Pelasger wurde die Gegend von den Ioniern aus Attika erobert. Es wird angenommen, dass die folgenden Siedlungen während der Mykenischen Periode (1600-1100 v.Chr.) von den Ioniern erbaut wurden: Paleia, Larissa, Gonoessa, Pellene (Pellini). Aigeira (Egira), Aiges (Eges), Peiras (Piras), Euryteias, Phelloe, Rypes (Ripes), Voura, Aigio (Egio), Aroe (Aroi), Antheia (Anthia), Mesatis (Messatida), Argyra, Volina. Arva und andere.

Nach den Aufzeichnungen von Herodot, Strabon und Pausanias scheinen die Ionier die Gegend in zwölf geographische Bezirke aufgeteilt zu haben, jeder umfasste mehrer Siedlungen, von denen eine Verwaltungssitz war. Damals wurde das alte Aigialos bzw. Aigialia dann Ionen genannt, mit der Hauptstadt Elike die 373 v.Chr. durch ein schreckliches Erdbeben zerstört wurde. Zu der Union der 12 Städte gehörten auch Aigio, Pellene, Aigeira (das vorher Yperesia hieß), Aiges, Voura, Phares, Triteia, Rypes, Olenos und Dyme (wahrscheinlich das alte Paleia). Die Gegend entwickelte sich rasch und war mit den Zentren der mykenischen Kultur verbunden, insbesondere mit Mykene. Städte und Siedlungen wie Elike, Aigio, Yperesia und Pellene im Gebiet Aigialos werden auch in der Liste der Schiffe, die am Trojanischen Krieg (1193 —1184 v.Chr.) teilnahmen aufgezählt, während die endgültige Entscheidung für den ersten großen Krieg in der Geschichte der Menschheit, den zehnjährigen und blutreichen trojanischen Krieg, in Aigio im Tempel des Zeus von Omagyrios getroffen wurde, auf einer Beratung, bei welcher Agamemnon selbst den Vorsitz führt.

Es vergingen nach ihrer Besiedlung jedoch keine dreihundert Jahre und die Ionier befanden sich im Mittelpunkt eines Orkans, der den Peloponnes erschütterte. Um 1100 v.Chr. kamen mit der dorischen Wanderung über die Meerenge Rio — Antirrio und über die Gegend von Korinth in Schüben die Dorier. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Dorier die Herrscher des gesamten Peloponnes, abgesehen von dem Land der Ionier.

Doch der entstandene Aufruhr ließ die Ionier nicht unberührt. Denn die aus ihrer Heimat vertriebenen Achäer aus Lakedaimona und Argos suchten und fanden Zuflucht im Land der Ionier, welches sie jedoch später, kurz nach 1100 v.Chr., mit Waffengewalt eroberten. Die herrschenden Achäer änderten den Namen der Gegend in Achaia und sorgten für eine Befestigung der Städte und Siedlungen, die sie besiedelten. Sie machten die alten Siedlungen zu Städten, von denen jede sieben oder acht Stadtgemeinden umfassten und gründeten eine völlig neue Stadt: Patras.

Durch Zusammenfassung der Siedlungen Aroe, Antheia und Messatidos zur gemeinsamen Verehrung der Göttin Artemis Triklarias (drei Stämme) entstand der Mythologie zufolge auf Veranlassung von Preugenis und seinem Sohn Patreas Patras, zu dessen Verwaltungsbereich auch die Städtchen Argyra, Volina, Arva und eventuell auch das Gebiet von Voudeni gehörten, wo Grundmauern einer organisierten Stadt gefunden wurden. Patras, die Gründung muss kurz nach Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. stattgefunden haben.

Die Achäer behielten außer Elike als Hauptstadt auch andere Organisationsformen der Ionier bei. Unter anderem die Union der zwölf Städte, deren Grundlage die gemeinsame Verehrung der Götter war. Alle Einwohner des Landes verehrten gemeinsam Poseidon im Tempel von Elike und brachten ihm Opfergaben dar. Später trat an die Stelle der vielen lokalen Könige und Herrscher zunächst die Aristokratie und später die Demokratie. Ungefähr zu dieser Zeit gründeten die Achäer den ersten Städtebund in der Geschichte der Menschheit, die Institution „Gemeinschaft der Achäer“, den sogenannten 1. „Achaischen Bund“. Anfangs hatte die „Gemeinschaft der Achäer“ ihren Sitz in Elike und später in Aigio, wo sich die Vertreter der 12 Städte versammelten und sich, nach Opfergaben an die Götter, berieten und die untereinander bestehenden Streitigkeiten bereinigten und ihre gemeinsamen Interessen ordneten.

Die Verständigung und Stabilität der „Gemeinschaft der Achäer“ machten diese Institution im Bewusstsein der übrigen Griechen aber auch der Fremden zu einem Vorbild. Sogar die Römer interessierten sich dafür, denn der römische Senat schickte im 5. Jh. v.Chr. einen Botschafter nach Elike und nahm sich den demokratischen Bund zum Vorbild.